Seceda – war nicht genug

13.07.2019

Pünktlich zum Wochenende stand wieder einmal schlechtes Wetter vor der Tür. Die Frage war nun, wie die zwei freien Tage am besten nutzen? Ein Blick auf die Wetterkarte zeigte mir, dass Südtirol eine gute Option wäre. Da ich jedoch leider noch nie in dort wandern war, dränge sich sogleich die nächste Frage auf: Welche Tour?

Instragram sei Dank

Dank meiner Instragram-Followers waren schnell ein paar Tipps zusammengekommen und Christian und ich entschieden uns nach Gröden in Südtriol zu fahren, um die bekannte Geisler-Gruppe zu bewundern.

Am Samstag gings dann gleich um halb sechs Uhr morgens los um den Urlauberverkehr halbwegs zu umgehen. Keine zwei Stunden später parkten wir das Auto bei der Talstation Col Raiser in St. Christina. Wir starteten direkt von dort los und unser erster Zielpunkt war die Regensburger Hütte. Von dort bot sich uns schon ein wunderbarer Ausblick auf die Geisler-Gruppe in der Morgensonne.

Die wunderschöne Geisler-Gruppe im morgendlichem Licht

Was nun?

Da es aber noch immer sehr früh am Tag war, überlegten wir uns wie wir den kompletten Tag in Südtirol idealerweise nutzen können. Wir wollten als nächstes die Seceda ansteuern. Dies würde uns jedoch kaum Zeit kosten und so wären wir spätestens zur Mittagszeit wieder im Tal. Der Vorschlag den Pragser Wildsee einen Besuch abzustatten warfen wir jedoch schnell wieder zu Seite, denn eigentlich lag ein vielversprechendes Ziel direkt vor unserer Nase. Der Sas Rigais, der höchste Gipfel der Geisler-Ggruppe. Mit Mila im Schlepptau war die „Hundetauglichkeit“ des Berges aufgrund der Klettersteige jedoch fraglich.

Wir suchten uns die Topos für die drei möglichen Routen raus und nach einem Abwiegen des Für und Widers entschieden wir uns es über die Südostroute zu versuchen. Vorab muss ich aber hier erwähnen, dass Mila solche „leichten“ Kletterpartien kennt und wir sie mit ihren 9 kg auf schwierigeren Passagen tragen können.

Zuerst ging es über traumhafte Almflächen Richtung Wasserscharte. Wir endeckten auf dem Weg dorthin unzählige Edelweiße und sogar ein paar Murmeltiere, die Scharte selbst war reich von Schotter.

Auf dem Weg zur Wasserscharte, im Blick der beeindruckende Langkofel.

Mila der Kletterhund

Angekommen am Klettersteig mussten wir in erster Linie darauf achten, dass wir mit der Leine keinen Steinschlag auslösen. Mila bewältigte ansonsten fast jede Stelle wie von selbst und zeigte in keiner Sekunde Angst. Eine kurze Stelle war nur über Stahlstifte bzw. einer Leiter zu bewältigen, hier nahm Christian Mila am Tragegriff ihres Geschirres und reichte sie mir entgegen. Ich setzte sie dann an einer sicheren Stelle wieder ab.

Am Gipfel des Sas Rigais mit 3025m angekommen genossen wir die unglaubliche Aussicht vor uns. Leider war es aufgrund des Nordföhns nicht gerade gemütlich und wir starteten nach einer kurzen Jause den Abstieg. Als Abstiegsroute wählten wir aber den Südwestklettersteig, waren hier die seilversichterten Passagen kürzer und mehr Gehgelände. Mila tat sich auch hier wesentlich leichter, da sie beim runtergehen einen besseren Überblick hat. Die einzige mit B/C bewertete Stelle konnten wir mit ihr auch wieder problemlos meistern.

Am Gipfel des Sas Rigais mit wunderbaren Blick Richtung Marmolada.

Nun ging es weiter zur Seceda, der Weg dorthin führt einen auch wieder über die wunderschönen Almflächen. Leider erlitt ich dort meinen altbekannten Energieeinbruch, wenn ich zu wenig gegessen habe. Da ja die eigentlich geplante Wanderung kürzer sein hätte sollen, habe ich mir nicht so viel eingepackt. Aber hilft halt nix, Zähne zusammenbeißen und weiter geht’s.

Seceda

Mila dackelte immer noch voll motiviert vor uns her, sie ist jedes Mal so glücklich, wenn sie mit in die Berge darf. An der Seceda angekommen kam ich aus dem Staunen nicht raus, dieser Blick auf die Geißlergruppe ist weithin bekannt aber in echt noch um ein vielfaches beeindruckender.

Die Geisler-Gruppe von ihrem bekanntesten Gesicht.

Auf dem Weg hinunter entschieden wir uns dann die Bergstation der Col Raiser anzusteuern und diese für die Talfahrt zu nutzen. Mit 1800 hm in den Pfoten wollten wir Mila nicht noch mehr belasten, war dies eine der längsten Touren für sie bisher.

Die Almwiesen waren ein wahres Meisterwerk der Natur, unzählige Blumen blühten in den verschiedensten Farben. Die Fahrt für einen Tag war es auf alle Fälle Wert und ich möchte unbedingt wiederkommen und auch irgendwann den Langkofel erklimmen. Vor der Heimfahrt belohnten wir uns noch mit einer Pizza und so war dies der perfekte Abschluss eines wundervollen Tages.

© Barbara Saxl (Juli 2019)

Christian Bendler

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