Der Hohe Göll – endlich passte alles

20.09.2020

Sonntag, halb fünf Uhr morgens riss mich der Wecker aus dem Schlaf. Noch nicht richtig wach, kroch ich aus meinem Bett und versuchte meine Sachen zusammen zu packen. Keine halbe Stunde später saß ich aber schon im Auto und wir starteten zu unserem heutigen Ziel.

Ein Häkchen setzen

Schon lange stand der Hohe Göll auf meiner Bergwunschliste, aber bisher war nie die richtige Zeit, das richtige Wetter, noch oder wieder zu viel Schnee oder die Lust auf eine längere Anfahrt gegeben. Doch an diesem Sonntag passte endlich alles.

Gegen sieben Uhr morgens trafen wir am Ausgangspunkt dieser abwechslungsreichen Rundtour ein. Vom Ofnerboden aus geht es rauf zum Kehlsteinhaus und über den Mannlgrat und Schustersteig weiter zum Gipfel. Hinunter führt uns der Weg über das Purtschellerhaus und wieder zurück zum Ofnerboden. Schon von der Parkbucht aus zeigt sich der Hohe Göll in all seiner Größe und lehrt einem die Ehrfurcht.

Auch vom Kelhsteinhaus aus wirkt der Hohe Göll sehr massiv.

Der Weg führt uns zuerst über einen schmalen Weg hinein in den Wald, anschließend geht es auf einer breiten Forststraße die ersten Kurven nach oben. Kurz darauf trifft man auf eine geteerte Straße, die sich in vielen Serpentinen nach oben schlängelt. Oben am Kehlsteinhaus angekommen kann man schon einen unglaublichen Ausblick auf den Watzmann und den Hochkalter genießen. Dank des frühen Aufbruches hatten wir das gesamte Plateau für uns. Nach einer kurzen Rast ging es auch gleich weiter Richtung Mannlgrat.

Genau so soll es sein

Nach einem leichten Abstieg führt uns der Weg zu zwei großen Felsen, zwischen denen ein Durchlass ist. Anschließend wird das Gelände gröber und der vor uns liegende Pfad ließ mein Herz höherschlagen. Die Schwierigkeit des Grates ist ein Wechsel aus Gehgelände und 1er Passagen, auch einzelne Klettersteigstellen mit A bzw. B in teils ausgesetzten Geländen sind zu überwinden.

Das Tor zum Mannlgrat

Zu Beginn gewinnt man kaum an Höhe, immer wieder sind kleiner Abstiegspassagen zu bewältigen und man muss sich auch durch eine Höhle zwängen. Anschließend führt einem der Weg über Schrofen und Schutt eine steile Rinne rauf zur letzten Klettersteigstelle. Hat man diese bewältigt geht es wieder über Serpentinen nach oben zum breiten Bergrücken des Hohen Göll‘s. Dort angekommen treffen die beiden Wege vom Purtschellerhaus und Mannlgrat zusammen. Die Anzahl der Bergsteiger hat inzwischen deutlich zugenommen und wir versuchten noch den ein oder anderen zu überholen. Nach 3,5 Stunden standen wir dann trotzdem nicht wirklich allein am Gipfel und konnten endlich das wunderschöne Kreuz in echt bestaunen.

Auf den letzten Metern zum Gipfel.

Bilderbuchromantik

Es war einfach ein perfekter Herbsttag. Die Aussicht war ein Genuss und Gott sei Dank bietet der Hohe Göll genug Platz für alle. So konnten wir nach dem obligatorischen Gipfelfoto ein ruhigeres Plätzchen suchen, die Gipfeljause verspeisen und in die Ferne träumen.

Unser Gipfeljausen-Platz mit traumhafter Aussicht.

Der Abstieg führte uns dann zurück, wo sich die beiden Wege treffen. Nun zweigten wir aber zum Purtschellerhaus ab. Wir entschieden uns über den Kamin abzusteigen. Über mehrere Drahtseilgesicherten Passagen und Rinnen führt uns der Weg hinab. Auch hier muss nochmals ein leichter Gegenanstieg bewältigt werden, der uns zu einem grasigen Kammverlauf führt. Kurz darauf erreichen wir schon die Hütte. Der weitere Abstieg führt dann über unzählige Holztreppen und einem Forstweg zurück zu der Parkbucht. Mit einer wundervollen Erinnerung an diese Tour gings wieder zurück nach Tirol.

© Barbara Saxl (September 2020)

Christian Bendler

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